
Donnerstagabend. Auf meinem Schreibtisch liegen Bewerbungen von sechs meiner Schüler. Bewerbungen für einen dreiwöchigen Sommerkurs in Deutschland. Vollstipendium. Klar schau ich mir die mal an, habe ich gesagt. Ein paar kleine Korrekturen hier, ein Komma da. Morgen früh werden zwei-Minuten-Clips gedreht. Ein Video und ein paar Zeilen Motivationsschreiben sind die Vorraussetzungen für die Bewerbung. Ich bin gespannt, ob jemand von meiner Schule angenommen wird. Einem wünsche ich es ganz besonders, er fragt mich einmal pro Woche, ob er irgendwann einmal nach Deutschland kann. Er soll einen Platz bekommen. Bitte.
Kalt ist es heute. 19 Grad sollten es werden. 19 Grad wurden es nicht. Letzte Woche war zwischendurch mal kurz Sommer. Jetzt ist eher so Hamburg-November. Nicht schön.
Motivationsschreiben durchgeschaut. Das wird schon. Klingen gut.
Im Zimmer. Cluesos neues Album tönt aus den kleinen Boxen, die natürlich Platz im Koffer hatten. Ging nicht anders. Die mussten mit. Warum ich das “Einführung in die Wirtschaftsmathematik”-Buch im Endeffekt dann doch mitgenommen habe, weiß ich nicht. Ich will mich vorbereiten aufs Studium, habe ich gesagt.
Heute Mittag gabs Fisch. Warum schreibe ich das? Keine Ahnung.